3096 Tage: Wie ich achteinhalb Jahre in Gefangenschaft by Natascha Kampusch

By Natascha Kampusch

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Aber auf dem Spielplatz wollte ich wenigstens einen Versuch wagen. Der Schmerz schoss scharf durch meinen Arm, als ich vom Klettergerüst stürzte und auf dem Boden aufschlug. Ich wollte mich aufsetzen, doch mein Arm gab nach und ich fiel nach hinten. Das fröhliche Lachen der Kinder, die rund um mich über den Spielplatz tobten, klang dumpf in meinen Ohren. Ich wollte schreien, Tränen liefen mir über die Wangen. Aber ich brachte keinen Ton heraus. Erst als eine Schulkameradin zu mir kam, bat ich sie leise, die Lehrerin zu holen.

Es war nicht Wut oder kalte Berechnung, die meine Mutter antrieb, sondern eine immer wieder aufflackernde Aggression, die wie eine Stichflamme aus ihr schoss und ebenso schnell wieder verlosch. Die Ohrfeigen, die ich von ihr bekam, wurden zum schmerzhaften und demütigenden Bestandteil meiner Kindheit. Ich bekam sie, wenn sie überfordert war. Ich bekam sie, wenn ich etwas falsch gemacht hatte. Wenn ich mir weh getan hatte und Sprüche wie »Große Mädchen weinen nicht« oder »Indianer kennen keinen Schmerz« meine Tränen nicht trockneten, schlug sie mich scharf ins Gesicht, »damit du wenigstens weißt, warum du heulst«.

Hier hatte ich die glücklichsten Momente meiner Kindheit verbracht. In einer Garage kam der Wagen zum Stehen. Der Täter befahl mir, am Boden der Ladefläche liegen zu bleiben, und stellte den Motor ab. Dann stieg er aus, holte eine blaue Decke, warf sie über mich und wickelte mich fest darin ein. Ich bekam kaum noch Luft, um mich herum war absolute Dunkelheit. Als er mich wie ein verschnürtes Paket hochhob und aus dem Auto trug, erfasste mich Panik. Ich musste aus dieser Decke heraus. Und ich musste aufs Klo.

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